Was du über Fehlgeburten Wissen musst

Wegweiser

Auf die Geburt bereitest du dich vor, auf eine Fehlgeburt nicht.

Auf die Geburt bereiten sich werdende Eltern vor. Es gibt so viel Literatur und Vorbereitungskurse, die aber meistens eine Fehlgeburt thematisch ausklammern oder nur unzureichend anschneiden. Auf eine Fehlgeburt bereitet uns niemand vor, wenn wir einen Kinderwunsch haben. Dabei erlebt etwa jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens eine. Wir finden: eine Fehlgeburt darf kein Tabuthema mehr in unserer Gesellschaft sein und muss fachlich begleitet werden. Aufklärung ist der Schlüssel. Denn wenn wir Fehlgeburten kategorisch aus der Geburtsvorbereitung ausschließen, stehen viele werdende Eltern im Falle einer Fehlgeburt alleine da, mit Fragen, auf die sie nie vorbereitet wurden. Betroffene Frauen müssen in einer akuten Krise Antworten finden und haben leider häufig keinen Zugang zu individuellen Beratungsangeboten.

Was ist eine Fehlgeburt eigentlich?

Was gibt verschiedene Begriffe für den Zeitpunkt und den Verlauf eines Schwangerschaftsverlusts. Wir erklären, was sie bedeuten. Wichtig: Fachbegriffe sollen nicht werten. Eine Fehlgeburt schmerzt, egal ob frühe oder späte Fehlgeburt.

Frühe Fehlgeburt

Schätzungsweise 80% aller Fehlgeburten kommen im ersten Trimester der Schwangerschaft vor. Zunehmend wird der Begriff Kleine Geburt verwendet, weil das Kind noch sehr klein ist.Gib hier deinen Absatz ein.

Späte Fehlgeburt

Von der 13.SSW bis zur 24.SSW spricht man medizinisch von einer sogenannten “Späten Fehlgeburt”. Für viele Frauen passt der Begriff der Stillen Geburt ab dem 2. Trimester besser zu der Geburtserfahrung, die sie machen.

Spontane Fehlgeburt

Davon spricht man in der Regel, wenn sich eine Kleine Geburt oder Fehlgeburt mit Blutungen und krampfartigen Schmerzen ankündigt. Wichtig: umgekehrt bedeutet nicht jede Blutung in der Schwangerschaft eine beginnende Fehlgeburt.

Verhaltene Fehlgeburt

Verhaltene Fehlgeburt (Missed Abortion) Das Kind ist entwickelt sich nicht mehr weiter, aber die Schwangerschaftszeichen bleiben noch eine Weile fortbestehen. Oft wird erst bei einer Ultraschalluntersuchung der fehlende Herzschlag festgestellt. Für die Kleine Geburt darf die Frau selbst entscheiden. welchen Weg sie wählt, wenn keine Komplikationen vorliegen.

Eileiterschwangerschaft

Hinter jedem dieser Begriffe steht eine persönliche Erfahrung. Ob ein Verlust früh oder spät geschieht, ob er sich körperlich ankündigt oder völlig unerwartet festgestellt wird: Betroffene verdienen verständliche Informationen und eine zugewandte Begleitung.Die Einteilung in frühe und späte Fehlgeburt folgt dem Patienteninformationsblatt der AWMF-Leitlinie; andere Quellen verwenden teils andere Grenzen. Die Leitlinie beschreibt die verhaltene Fehlgeburt als Schwangerschaftsverlust ohne zunächst erkennbare Abortzeichen. Die Abgrenzung der Eileiterschwangerschaft stützt sich zusätzlich auf die Information des IQWiG. Quellen: AWMF/DGGG, S2k-Leitlinie „Früher Schwangerschaftsverlust im 1. Trimenon“ und zugehöriges Patienteninformationsblatt; IQWiG, Gesundheitsinformation.de, „Eileiterschwangerschaft“.

Was solltest du über eine Fehlgeburt wissen

Du musst wissen: Du bist nicht schuld, wenn du eine Fehlgeburt hast. Bei frühen Fehlgeburten gibt es ganz unterschiedliche Ursachen

Mögliche Ursachen einer frühen Fehlgeburt:

  • eine chromosomale Veränderung des Embryos
  • Probleme bei der Einnistung,
  • Gerinnungsstörungen, hormonelle Störungen, Infektionen oder bestimmte Immunreaktionen

 

Welche Ursache letztlich vorlag, lässt sich bei einer Fehlgeburt oft nicht sicher feststellen.

 

Was solltest du wissen, wenn ihr einen Kinderwunsch habt?

Fehlgeburten sind häufiger als man denkt. Schätzungsweise 10 bis 15 Prozent der festgestellten Schwangerschaften enden mit einer Fehlgeburt. Eine amtliche Gesamtstatistik über Fehlgeburten in Deutschland gibt es nicht. Sehr frühe Schwangerschaften können enden, bevor die Frau überhaupt weiß, dass sie schwanger war. Deshalb könnte die tatsächliche Zahl deutlich höher sein – möglicherweise etwa doppelt so hoch wie die Schätzung für festgestellte Schwangerschaften. Die allermeisten Fehlgeburten geschehen in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen. Aber auch später kann eine Schwangerschaft durch eine Fehlgeburt enden. Laut Informationen des Berufsverbandes der Frauenärzte e. V. erleidet jede dritte Frau vor der 12. Schwangerschaftswoche eine Fehlgeburt.

Was uns besonders wichtig ist: Auch wenn eine Schwangere sich an alle ärztlichen Vorgaben hält, kann sie eine Fehlgeburt haben. Eine Fehlgeburt bedeutet nicht, dass sie etwas falsch gemacht hat. Nicht jede Fehlgeburt lässt sich verhindern. Aber wir können verändern, wie gut Frauen informiert und begleitet werden, wenn sie eine erleben. Wir sollten uns deshalb schon im Kinderwunsch mit folgenden Fragen auseinandersetzen

Informiere dich vor einer Schwangerschaft über eine mögliche Fehlgeburt?

  • um im Fall der Fälle selbstbestimmt handeln zu können und nicht in einer Krisensituation erstmal auf Recherche gehen
  • zu müssen
    um meine Rechte kennen (z.B. gestaffelter Mutterschutz, Anspruch auf Hebammenbegleitung)
  • um besser aufgeklärt als unwissend zu sein, weil es oft vom Zufall abhängig ist, ob man in der behandelnden Praxis im Falle einer Fehlgeburt umfassend aufgeklärt wird, oder eben nicht
  • um stark in den Kinderwunsch zu gehen und schon vor der Schwangerschaft gut auf mich aufzupassen
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