Du bist persönlich betroffen

Traurige Frau mit kleinem Kuscheltier Bären in der Hand

Deine Rechte bei einer Fehlgeburt

  • Anspruch auf Hebammenbetreuung
  • Viermonatiger Kündigungsschutz nach Fehlgeburt ab der 12. Schwangerschaftswoche
  • Gestaffeltern Mutterschutz ab der 13. Schwangerschaftswoche
  • Existenzbescheinigung kann beim Standesamt beantragt werden: ein Platz im Familienstammbuch
  • Weiterführende Diagnostik wird nach der 3. Fehlgeburt von den Kassen übernommen
  • Recht auf Bestattung: Eltern haben in fast allen Bundesländern das Recht, Sternenkinder auch mit einem Gewicht unter 500 Gramm individuell bestatten zu lassen.

Deine medizinischen Möglichkeiten bei einer Fehlgeburt

Missed Abortion: man spricht von einer sog. „verhaltenen Fehlgeburt“, wenn bei einer Ultraschall-Untersuchung festgestellt wird, dass das Baby nicht mehr lebt. Für die Frau bedeutet das neben dem Schock dieser Diagnose, auch eine Entscheidung zu treffen, welche Option sie für das weitere Vorgehen wählt. Wichtig ist: Falls keine Infektion oder problematische Vorerkrankung vorliegt, ist Zeit da und kein Handlungszwang in Eile.

Abwartendes Vorgehen

Abwartendes Vorgehen bedeutet, dass die Frau abwartet, bis der Körper selbst realisiert hat, dass er eine Geburt einleiten muss. Für manche Frauen kann dieser natürliche Prozess sehr heilsam sein und Selbstwirksamkeit bedeuten, weil sie dem Körper vertrauen, dass er es selbst schafft, die Schwangerschaft zu beenden. Es bedeutet aber andererseits mit viel Ungewissheit umzugehen, weil der Zeitraum bis zur Kleinen Geburt Tage oder Wochen dauern kann. Eine gute Begleitung in dieser Zeit z.B. durch eine Hebamme kann sehr hilfreich sein.

Medikamentöse Geburtseinleitung

Medikamentöse Geburtseinleitung heißt, dass durch die Gabe eines Medikaments die Kleine Geburt gezielt eingeleitet wird. Meist wird es ambulant gegeben, so dass die Frauen bei der Kleinen Geburt zu Hause sind. Die Frauen empfinden diese Option oft als Mittelweg zwischen Operation und Abwarten, da sie den Geburtsprozess etwas gezielter planen können. Gleichzeitig ist hier eine gute Vorbereitung besonders wichtig, denn oft sind Frauen nicht auf den plötzlichen Beginn der Geburt, die Heftigkeit von Schmerzen und Blutungen und mögliche Nebenwirkungen des Medikamentes vorbereitet. Eine gute medizinische Betreuung ist wichtig.

Kürettage („Ausschabung“)

Kürettage („Ausschabung“) ist eine Operation, meist unter Vollnarkose, bei der das Kind und das gesamte Schwangerschaftsgewebe entfernt werden. Manche Frauen entscheiden sich dafür, weil es der „schnellste Weg“ aus der Situation ist und sie Planbarkeit haben möchten. Andererseits bringt jede Operation auch Risiken mit sich, die berücksichtigt werden sollten und vielen Frauen fehlt durch den fehlenden Prozess der emotionale Abschluss der Schwangerschaft.

Trauer und Trauerbegleitung

Trauer nach einer Fehlgeburt darf Raum haben. Was gut tut und wo du Unterstützung finden kannst.

Die Trauer nach Fehlgeburt hat viele Facetten: Da ist die Trauer um genau dieses Kind, aber auch die Trauer:

  • um den Kinderwunsch
  • um den Lebensentwurf als Familie
  • um die Zukunft mit diesem Kind
 
”Es war ja noch so früh” – das hören Frauen oft , wenn die Fehlgeburt in den ersten Wochen passiert. Aber Schmerz  kann man nicht vergleichen oder in Wochen messen. Trauer ist berechtigt und unabhängig von der Schwangerschaftswoche.
 

Trauer ist ein Wirrwarr an Gefühlen:  Traurigkeit, Wut, Schuld,  Schmerz, Erschöpfung, Neid auf andere Schwangere. aber auch Verbundenheit, Dankbarkeit usw.. Alle Gefühle wollen gefühlt werden.

Was helfen kann:  

  • Für dich sorgen, denn Trauer ist anstrengend
  • Trauer und ihre Gefühle zulassen
  • Sichtbark

 

Das Umfeld weiß oft nicht, wie man mit der Trauer umgehen soll und geht vielleicht schnell zum Alltag über. Externe Unterstützung oder der Austausch mit anderen Betroffenen ist deshalb oft wohltuend und hilfreich, um einen Platz und Raum für die Verarbeitung und Trauer zu haben.

Wo findest du Unterstützung?

Es gibt viele spezialisierte Angebote für Sterneneltern (Sternenkindersprechstunde, Sternenkindvereine), wo auch Kurse und Selbsthilfegruppen angeboten werden. Und alle Schwangerschaftsberatungsstellen in deiner Nähe sind auch für diese Themen Ansprechpartner.

 
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